Atopische Dermatitis (Neurodermitis)
Die unter dem Begriff Neurodermitis bekannte Hautkrankheit zeichnet sich durch rote, schuppende oder auch nässende Ekzeme aus, die i. d. R. stark jucken. Die Haut der Erkrankten ist generell sehr trocken. Der Begriff Neurodermitis entstand im 19. Jahrhundert, als man noch annahm, dass eine Entzündung der Nerven (Neuronen) der Grund für die Erkrankung sei. Obwohl man heute weiß, dass dies nicht der Fall ist, ist der Begriff nach wie vor geläufig. Daneben werden zusätzlich noch die Bezeichnungen atopische Dermatitis, atopisches Ekzem oder endogenes Ekzem verwendet. Der Begriff der Atopie bedeutet, dass der Betroffene dazu neigt, eine Überempfindlichkeit gegen eigentlich harmlose Stoffe zu entwickeln. Demnach werden alle Menschen, die die Veranlagung haben, eine Allergie zu bekommen, auch Atopiker genannt. Neurodermitiskranke reagieren also, ähnlich wie z. B. einige Asthmatiker oder Personen, die an bestimmten Nahrungsmittelallergien leiden, allergisch auf bestimmte innere oder äußere Reize.
Krankheitsverlauf
Neurodermitis ist eine chronische und nicht ansteckende Erkrankung, die in Schüben auftritt, zwischen denen es zu einer vollständigen Abheilung der Symptome kommen kann. Bei einem Schub beginnt sich die Haut zu röten und zu schuppen. Es kann zur Ausbildung kleiner Bläschen kommen, die durch Aufplatzen nässen können. Nach einigen Tagen ist die Haut mit einer Kruste bedeckt, die aufgrund des oftmals sehr starken Juckreizes häufig von den Betroffenen aufgekratzt wird. Dadurch kommt es zu einem erneuten Aufflammen der Entzündung. Die folgenden Merkmale sind ebenfalls typisch bei Menschen mit Neurodermitis (auch in nicht akuten Phasen): Gesichtsblässe oder -rötung, Ringe unter den Augen, diverse Nahrungsmittelunverträglichkeiten, häufige Lippenentzündungen, kleinere Einrisse im Mundbereich und eine Reizbarkeit der Haut beim Tragen wollhaltiger Kleidung.
Zahlen und Fakten
Laut Angaben des Robert Koch-Instituts leiden in Deutschland bis zu 3 % der Erwachsenen an Neurodermitis. Bei Kindern sind es sogar bis zu 15 %. Die Zahl der an Neurodermitis Erkrankten hat in den letzten Jahren stark zugenommen. In vielen Fällen tritt die Krankheit bereits im Kindesalter auf, jedoch können sich erste Anzeichen auch erstmalig im Erwachsenenalter zeigen. Bei Säuglingen ist die Prognose bei Neurodermitis gut, da bei der Hälfte der Babys die Symptome innerhalb der ersten zwei Jahre vollständig zurückgehen. Bei weiteren 20 % der Kinder heilt die Krankheit mit dem Einsetzen der Pubertät aus. Eine Neurodermitis kann aber auch in allen anderen Lebensaltern plötzlich und vollständig verschwinden, jedoch auch ebenso plötzlich wieder auftreten.
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